KVM VGa passthrough

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KVM VGa passthrough

Beitragvon Nexon » 06.12.2010, 19:56

Hallo,

Weiß hier zufälligerweise jemand, ob und wie gut mit KVM das VGA-passthrought funktioniert? Die Lösung sollte dann schlussendlich so aussehen, dass ich unter Linux ein per KVM virtualisiertes Windows bekomme, dass einen exclusiven Zugriff auf eine zweite Grafikkarte hat. Unter dem Windows werde ich dann vermutlich zwei Grafikkarten haben, ich muss es dann nur noch dazu bekommen, die richtige zu verwenden. Funktioniert dass den in der Praxis so wie ich mir das vorstelle? Das einzig Interessante was ich dazu spontan im Netz gefunden hab ist dieser Eintrag auf der KVM-Mailinglist, der aber schon etwas älter ist.

Dort steht dann, dass man den durchgereiften Grafikadapter nicht als primärdevice nutzen kann. Wie muss ich mir das vorstellen?
Der Sinn der Sache wäre dann halt, dass ich so zocken kann, auf nem zweiten Monitor. Meint ihr das funktioniert?

Und last but not least: Es hat hier nicht zufälligerweise jemand ein mainboard mit zwei PCI-E steckplätzen sowie zwei Grakas und -Monitore, der das ausprobieren könnte? 8)

MfG
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Re: KVM VGa passthrough

Beitragvon Bauer87 » 07.12.2010, 16:37

Mit entsprechenden Mainboards (z.B. mit AMD890X?) habe ich schon von VGA-Passthrough mit dem von dir beschriebenen Einsatzzweck gehört, das über XEN realisiert wurde. Da ich kein entsprechendes Board habe, konnte ich das noch nicht ausprobieren. (Lese ich aus deinem Beitrag heraus, dass es mit KVM auch ohne spezielle Hardware gehen soll?)
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Re: KVM VGa passthrough

Beitragvon Nexon » 08.12.2010, 13:33

Nein. Mit der Idee trage ich mich schon länger, um nicht komplett unter Windows zocken zu müssen, habe aber immer gelesen, dass das passthrought zumindest bei Grafikkarten nicht richtig funktionieren soll. In diesem Fred kam das Thema noch einmal auf, es soll wohl grundsätzlich mit KVM und einem Board, dessen Intel VT-D-Implementierung fehlerfrei ist (vrmtl. nur Serverhardware, wird teuer) funktionieren.

Was anscheinend aber eben nicht funktioniert, ist dass das virtuelle Windows dann vom der VM die echte Grafikkarte als primärdevice bekommt - Weswegen jetzt vor allem die Frage aufkommt, ob man bei Windows eine zweitgraka als primary device erzwingen kann, so dass es praktisch beim Boot umschaltet.

Wenn das der Fall ist, werde ich wohl langsam anfangen, mir ein entsprechendes System zu bauen. Wird aber dauern, da der Spaß sehr teuer wird (Serverhardware -.-), das Ergebnis wäre aber göttlich: Ein Linux-PC auf dem ein virtualisiertes Windows läuft, dass eine echte Grafikkarte exklusiv nutzen kann (mit nem zweiten Monitor). Ich denke außerdem, dass da Ganze mit nem Quadcore der zwischen den Systemen geteilt wird, viel Arbeitsspeicher und einer eigenen Festplatte pro OS sehr schnell sein wird. Wenn das tatsächlich funktionieren sollte, wäre das echt Traumhaft!


MfG
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Re: KVM VGa passthrough

Beitragvon McStarfighter » 10.12.2010, 04:00

Ich hatte die Frage mal in der KVM-Mailing List gestellt und bekam als Antwort, daß es derzeit absolut nicht geht, eine GraKa durchzureichen. Hauptgrund sei, daß das BIOS der Graka in der VM nicht initialisiert werden kann. Wenn ich es technisch falsch ausdrückte, bitte korrigieren.

Xen 4 kann es komplett und zuverlässig, daß ist mir bekannt.

Und so werde ich ab März mit meinem neuen Workstation-Notebook (mit den zwei nVidias drin) abwarten, bis das Feature endlich realisiert ist ... ;)
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Re: KVM VGa passthrough

Beitragvon Nexon » 10.12.2010, 14:44

Also mit Xen wäre das ganze zu realisieren? Gibt es da spezielle Anforderungen an die Hardware, hast du vielleicht eine gute Informationsseite/Wiki für so ein Projekt?

Und wie meinst du das, auf was willst du warten? Dass das Ganze auch mit KVM funktioniert?

Was sind ansonsten die wesentlichen Unterschiede zwischen Xen und KVM? Ich weiß, dass KVM neuer ist und afaik schneller als Xen (dafür wie man hier ja sieht aber weniger Features).

MfG
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Re: KVM VGa passthrough

Beitragvon McStarfighter » 10.12.2010, 15:58

Seite bzgl. Xen und PCI-Passthrough: http://wiki.xen.org/xenwiki/XenPCIpassthrough und http://wiki.xen.org/xenwiki/XenVGAPassthrough

Der generelle Nachteil von Xen ist schlicht und einfach, daß man es immer manuell in seinen Kernel einpflegen muß und immer an bestimmte Kernel-Versionen gebunden ist. KVM ist, wie durchaus bekannt, Bestandteil des Kernels und entwickelt sich ja auch ganz prächtig ...

Bis heute gibt es nur eine Distro, die Xen 4 integriert hat (wenn auch noch nicht vollständig): Debian. Dort gibts das im Testing-Tree ...

Und ja, ich werde von vornherein auf KVM setzen (für meine virtuelle Firewall und mein spezielles Windows), zumal meine grafiklastigen Sachen nicht so sehr brandaktuell sind und unter Wine alle mindestens mit Silver gekennzeichnet sind. Wenn dann KVM mal ne eigene GraKa haben kann, reiche ich meine zweite nVidia durch.

Ein in meinen Augen weiterer Nachteil von Xen ist die Verwaltung der gesamten Hardware durch eine eigene Dom. Da muß alles an Kommunikation durch (MS hat es sich für Hyper-V abgekupfert). KVM hingegen nutzt einfach die Möglichkeiten des Kernels, in dem er drinsteckt. Für mich eine saubere Sache.
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Re: KVM VGa passthrough

Beitragvon Nexon » 10.12.2010, 16:40

Vielen Dank für deine Hilfe. In meinem Fall ist es dann eh so, dass ich aktuell im Prinzip gar nichts von der benötigten Hardware besitze, aber bevor ich anfange für so ein System zu sparen, wollte ich natürlich klären, ob das realisierbar ist. Da ich eh vermutlich ein halbes Jahr oder so noch warten muss bis es soweit ist, besteht ja die Hoffnung, dass sich KVM bis dahin entsprechend weiterentwickelt hat, ansonsten würde ich auf Xen setzen.

Was bedeutet denn in diesem Zusammenhang, dass alles "durch eine eigene DOM" läuft? Ich liege da vermutlich falsch, habe aber unter Xen Dom bisher immer mit virtualisiertes System (Dom 0, 1, ...) gleichgesetzt.

Wenn du deine Workstation dann hast und anfängst, Windows entsprechend zu virtualisieren, würde ich mich übrigens sehr über einen Erfahrungsbericht freuen :)


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Re: KVM VGa passthrough

Beitragvon LinuxDonald » 10.12.2010, 18:24

Mich würde mal Intressieren ob man mit KVM seine zweite Karte auch als Zweit Karte durchreichen kann? Weil es gibt ja Spiele z.b. wo man auswählen kann welche Karte genutzt werden kann.
Arch Linux bietet alles was das Linux Herz begehrt :)

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Re: KVM VGa passthrough

Beitragvon McStarfighter » 10.12.2010, 21:32

Den Erfahrungsbericht kannst du dann gerne haben. Zu dem neuen Notebook gibts ein komplettes und sehr umfassendes privat-geschäftliches Projekt, welches ich für Außenstehende auch dokumentieren will. Von daher sind Infos dann kein Problem.

Naja, mit der Dom ist die Dom0 gemeint, zumindest meistens. Denn bei Xen gibts das zusätzliche Konzept der Driver Domain, und das muß nicht unbedingt die Dom0 sein. Die Driver Domain ist immer die einzige Domain, die mit echten Treibern auf echte Hardware zugreifen darf. Was in meinen Augen auch ein Pferdefuß ist: Auch der Host ist bei Xen eine VM, er läuft ebenso unter der Kontrolle des Hypervisors wie die klassischen Gäste ...

@LinuxDonald: Solange das Durchreichen von Grafikkarten an einen KVM-Gast nicht möglich ist, kann man natürlich auch deine Frage nicht beantworten.

Wenn ich mal ne abschließende Empfehlung abgeben darf: Vergeßt das mit einer spieletauglichen Windows-VM für ne Weile. VMware und Oracle werden es mit ihren Produkten nie realisieren (ist auch nicht deren Zielgruppe) und Xen ist im Grunde ein totes Projekt, das nur noch durch Citrix für ihre eigenen Produkte (XenServer) am Leben erhalten wird. RedHat hat mit ihrem neuen 6er-Release Xen ganz abgeschrieben (nun ja, KVM ist aus ihrem eigenen Hause, da kann man das gemischt sehen), die Ubuntu-Familie unterstützt es auch nicht offziell und auch bei allen anderen namhaften Distros ist kein ernsthaftes Bemühen in Richtung Xen zu sehen (von der halbherzigen Sache in Debian abgesehen). Zudem ist Xen in der derzeitigen Form zu unflexibel bzgl. Kernel-Versionen. Zur Performance habe ich ja bereits genug angedeutet ...
KVM ist im Kernel, wird auch fleißig entwickelt und es ist nur eine Frage der Zeit, bis das mit den Grafikkarten auch Realität wird. Solange muß Wine und Crossover und Cedega genügen. Oder halt Dual-Boot (bäh ;))...
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